Wage zu träumen!

Teil 1 der Serie: Der Weg zum Herzensjob

Was bedeutet es, glücklich zu sein? Den Augenblick zu genießen, sagen manche. Doch ohne einen Plan für die Zukunft zu haben, kann man sich nur schwer auf das Hier und Jetzt einlassen. Für mich bedeutet glücklich sein, Träume zu verwirklichen. Wenn man in Deutschland von einem Tagträumern spricht, bezeichnet man jemanden, der "im wahren Leben" nichts anpackt. Aber besteht das Wahre im Leben nur aus Realismus? Dann wäre Sprotten Stories nie geboren worden.

Das Traumprojekt in drei Blickwinkeln

Jeder von uns hat ein anderes Naturell. Es gibt die Zweifler, die Realisten und die Visionäre. Um einen Traum zu verwirklichen braucht es aber nicht nur einen, der nur zweifelt, nur realistisch ist oder nur visionär denken kann. Erst durch alle drei Blickwinkel wird das Traumprojekt zur Wirklichkeit.

Für den Bau des eigenen Hauses schaffen es viele, einen Finanzierungsplan aufzustellen. Es ist ein weitverbreites Projekt, das gesellschaftlich angesehen ist - fast schon seltsam, wenn jemand nicht davon träumt, nicht wahr? Bei der Realisierung anderer Ideen stehen uns jedoch Zweifel im Weg: Ein eigenes Yoga-Studio aufbauen, einen Halbmarathon laufen, Geld mit dem verdienen, was uns begeistert. Aber: Was als Hirngespinst abgetan wird, besitzt riesiges Potential.

Walt Disney, dessen Zeichentrickfiguren wir alle kennen, hat für die Realisierung seiner Filmprojekte und Themenparks eine Methode entwickelt, die später nach ihm benannt wurde. Sie ist mit einem strategischen Rollenspiel vergleichbar. Das erste Disneyland, das in Anaheim in Kalifornien erschaffen wurde, ist nach Methodik seines Gründers entstanden.

Die drei Charaktere von Walt Disney

Disney begab sich zunächst in die Rolle des Träumers, um vor seinem inneren Auge den Vergnügungspark zu entwerfen, in dem er Kinder und Erwachsene durch Fantasiewelten führen und sie den Alltag vergessen lassen wollte. Er stellte sich vor, wen der Park alles anziehen und was die Besucher darin erleben könnten. Was sollte es zu essen geben? Wie müsste das Wetter idealerweise sein, wenn die Kinder Minnie Maus treffen würden? Von welchen Erinnerungen sollten sie zuhause erzählen und wie sähe der ideale Pressebericht aus?

Nachdem er sein Traumland so detailliert wie möglich kreiert hatte, nahm Disney die Position des Realisten ein. Nun ging es darum, die Informationen zusammen zu tragen, die er benötigte, um einen Businessplan zu erstellen. Wo konnte er ein Grundstück finden, das groß genug wäre? Was würde es kosten und wie konnte er das Geld dafür auftreiben? Wie würde er finanziell dastehen, wenn das Projekt scheiterte? Wodurch würde sich sein Disneyland von anderen Erlebnisparks unterscheiden? Wer würde all seine kreativen Ideen umsetzen?

Im Anschluss schaute er mit kritischem Blick auf seine Pläne. Er schrieb seine Zweifel auf, um zu prüfen, welche davon konstruktiv waren. Zweifel wie: War er in der Lage, solche Ziele zu erreichen? Welcher Investor würde ihm so viel Geld zur Verfügung stellen? Wie könnte er diesen überzeugen? Man könnte die Rolle auch als Qualitätsmanager bezeichnen, der das Projekt auf Standhaftigkeit prüft. Auf diese Weise entdeckte Disney mit seinem Team Schwachpunkte und Risiken im Businessplan. Er erkannte dadurch aber auch, welche Zweifel keine rationale Basis besaßen und welche zusätzlichen Chancen sich bieten konnten.

Rethink your dream, again and again.

Disney nahm sich mit seinem Team für jede Position eine Woche Zeit, um sich ganz auf die Charaktere des Träumers, Realisten und Zweifels einzulassen. Ich glaube, darin lag seine große Stärke, denn mal ehrlich: Ist es nicht allzu einfach, in die vermeintlich realistische Position doch wieder Selbstzweifel einfließen zu lassen, um sich den gut klingenden Plan des Träumers wieder auszureden? Weil es einfacher ist, alles beim Alten zu lassen, statt ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen? Wenn Disney mithilfe des Zweiflers feststellte, dass er noch weitere Fakten brauchte, um seinen Plan auf Standhaftigkeit zu prüfen, schlüpfte er erneut in die Rolle des Realisten. Wenn dieser fragte, ob es weitere andere Orte gab, an denen ein Disneyland entstehen oder noch weitere Zielgruppen erschlossen werden konnten, wurde er wieder zum Visionär. Er spielte dieses Rollenspiel so lange durch, bis alle Zweifel ausgeräumt waren und sein Traum auf einem Fakten basierenden Plan stand. Die gewaltigen Projekte, die er auf diesem Wege erschuf, sind bekannt. Der Themenpark in Anaheim ist eines von vielen.

Leichter in die Rollen schlüpfen

Um die Rollen klarer voneinander zu trennen, ist es hilfreich, sich jeweils an drei verschiedene Orte zu begeben. Der Träumer kann beispielsweise in gemütlicher Haltung auf dem Sofa entstehen, der Realist am Schreibtisch. Außerdem muss man sich mithilfe von Erinnerungen in die Rollen hineindenken. Für die Perspektive des Träumers hilft es, sich eine Urlaubserinnerung wachzurufen oder sich gedanklich an einen Ort zu begeben, an dem man sich wohlfühlt. IDie eigene Wohnung, den Strand, das Meer. In die anderen beiden Charakter denkt man sich in gleicher Art und Weise ein. Man ruft sich Situation wach, in denen man realistisch vorgegangen ist oder eben gezweifelt hat. Wie hat man sich in der jeweiligen Situation gefühlt? Wo hat man dies im Körper gespürt und welche Bewegungen hat man gemacht? Wie hat sich die Umgebung angefühlt? Wie war die Temperatur, wie die Luft? All diese Empfindungen unterstützen das Vorstellungsvermögen.

Manchmal braucht es weniger, als man denkt, um Träume zu realisieren. Man braucht vor allem eine Klärung der Fakten. Und die üblichen Selbstzweifel? Die braucht man dann nicht mehr. Man kann damit beginnen, seinen Traum in die Tat um zu setzen.

Wie Disney sagte: If you can dream it, you can do it!

Musik zum Träumen:

Dream Baby Dream

On My Way

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