Sprotten Talk ... mit Meike Holland

Vor kurzem hatte ich das Glück, Meike kennenzulernen. Als begeisterte Seglerin ist sie inzwischen eine echte Kieler Sprotte, die das Meer und den Küstenwind nicht mehr missen möchte. Auf den Wellen der Ostsee ist sie ihrer Berufung gefolgt und gibt Coaching-Seminare für Frauen – auf dem Segelboot. Denn genau wie beim Segeln geht es im Coaching ums Navigieren und Steuern, durchs Wasser wie durchs Leben. Auf dem Schiff ist man losgebunden vom Alltag und seinen Ablenkungen und genau das ist, was ihre Klientinnen suchen. Ruhe und frischen Wind, um zu sich selbst zu finden. Das Bedürfnis nach einer persönlichen oder beruflichen Neuorientierung ist dabei eng mit dem Wunsch verknüpft, neue Träume und mehr Mut zu wagen. Sagt man deswegen: auf zu neuen Ufern?

Beim Segeln, Plaudern und gemeinsamen Lachen geht es bei Meikes Seminaren vor allem um eines: Darum, den persönlichen Kompass wieder einzustellen.

Captain oder Coach – was bist du in deinem Privatleben?

Als Mutter zweier Kinder ist beides gefragt, manchmal ist es die klare Führung und manchmal eher die liebevolle Unterstützung, die gebraucht sind. Aber als Ehefrau kann ich auch gerne mal beide Rollen ablegen ;-)

In welchen Situationen hat dich das Segeln weitergebracht?

Zunächst ist es oft erst mal der Abstand zum Alltag, der hilft. An Bord, umgeben von Wellen und Wind, vergesse ich sofort alles andere und kann prima zu mir selbst zurück finden. Aber das Wichtigste ist wohl, im Laufe der Jahre begriffen zu haben, dass ich nicht nur an Bord Kapitän bin, sondern in jeder Situation meines Lebens das Steuer in der Hand habe!

Könntest du dich für eine Woche irgendwo hin aussetzen lassen, wärest du … ?

Im Alltag bleibt oft wenig Zeit dafür, sich auf sich selbst zu besinnen. Es gibt soviel Ablenkung, nicht nur durch die modernen Medien wie Handy und Computer ... Darüber hören wir oft unsere eigene innere Stimme nicht mehr. Daher wäre eine Woche auf einer einsamen Insel, an Bord eines kleinen Segelbootes oder so, ein Geschenk, denn dort hätte ich Zeit für mich und dafür, auf mich zu hören!

Wenn du einer früheren Version von dir einen Ratschlag geben würdest, wäre das … ?

Vieles entspannter sehen und mich selbst nicht so zu verurteilen für das was ich tue, wer ich bin. Wir alle haben unsere Geschichte und sind aufgrund unserer Erfahrungen so wie wir sind. Das heißt nicht, das wir nichts ändern können, sondern dass es einen Grund gibt, warum wir uns so und nicht anders verhalten. Wenn ich mich aber so gut kennengelernt habe, dass ich mich selbst verstehe, ist es einfacher, mein Verhalten zu verändern. Ich kann nicht einfach jemand anders sein, ohne verständnisvoll und liebevoll darauf zu schauen, wer ich bin und warum.

Worüber denkst du zurzeit gerne nach?

In meiner Arbeit stelle ich immer wieder fest, dass das Schwierigste im Leben ist, sich selbst zu lieben. Dabei geht es weniger darum, egozentrisch zu werden, sondern mich selbst so zu akzeptieren, wie ich bin. Dass ich genauso okay bin, wie ich bin. Auch wenn ich Fehler mache. Und dass meine Liebenswürdigkeit nicht von der Anerkennung und Liebe anderer abhängt, sondern schlussendlich nur davon, ob ich mit mir selbst im Reinen bin. Stattdessen sind wir ständig auf der Suche nach Bestätigung und rennen den falschen Dingen hinterher. Wie können wir das ändern? Wie können wir wieder einen natürlichen Umgang mit uns selbst und unserer Umwelt finden? Wie können wir dazu kommen, in uns zu ruhen, ohne von anderen oder von Umständen abhängig zu sein?

Alles im Leben wird ein bisschen schöner mit ... ?

Dankbarkeit. Das hört sich vielleicht komisch an, aber wir sehen nicht mehr, wie schön das Leben eigentlich ist. Vor lauter schlechten Nachrichten übersehen wir das Gänseblümchen am Straßenrand. Mit Dankbarkeit finde ich zu einer positiven Lebenseinstellung zurück und kann das Leben in einem viel wärmeren Licht betrachten. Und dann kann ich auch mich selbst lieben und sogar meinen ärgsten Feind von einer anderen Seite betrachten.